Unsere Projekte in Afrika


SCHULUNGSZENTRUM FÜR KLEINBAUERN IN KASESE - MALAWI
Nach dem Prinzip: Minimale Fläche - geringe Ressourcen - maximaler Ertrag!

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Die Situation in Malawi

Malawis rasantes Bevölkerungswachstum und eine sehr junge Bevölkerung belasten die Ressourcen des Landes stark. Dies erschwert die Armutsbekämpfung, Ernährungssicherung und den Umweltschutz. Da 80 Prozent der Menschen von der Landwirtschaft leben, zwingen Nahrungsmangel und niedrige Einkommen Kleinbauern zu bodenauslaugenden Methoden. Zudem führt der hohe Bedarf an Brennholz zu Entwaldung und Bodenerosion. Die Folge sind austrocknende, unfruchtbare Böden und sinkende Erträge. Fehlende Kredite und mangelnde Schulungen erschweren den Wechsel zu einer nachhaltigen Landwirtschaft zusätzlich.

Schulungszentrum für den Anbau nach dem 'Pfumvudza-Modell'

In Zusammenarbeit mit der lokalen Organisation "Orant Charities Africa" errichten wir ein Schulungszentrum in Kasese, nördlich von Lilongwe, der Hauptstadt Malawis. Das Pfumvudza-Modell ist eine klimaresistente Methode der Erhaltungskandwirtschaft, die speziell für Kleinbauern entwickelt wurde, um mit minimaler Fläche und geringen Ressourcen maximale Erträge zu sichern. Das Wort „Pfumvudza“ stammt aus der Shona-Sprache in Simbabwe und bedeutet „neue Saison“ oder „Aufblühen“.

Das mathematische Prinzip zur Selbstversorgung

Das Modell basiert auf einer simplen, mathematischen Fragestellung: Wie viel Land braucht man, um eine Familie ein ganzes Jahr lang zu ernähren? Eine Standard-Pfumvudza-Parzelle misst nur 16 × 39 Meter (lediglich. 1/16 Hektar!). Mit der 52-Wochen-Formel enthält die Parzelle exakt 52 Pflanzreihen. Jede Reihe ist darauf ausgelegt, genau einen großen Eimer (ca. 20 Liter) Mais zu produzieren. Das Ergebnis davon ist, dass eine einzige solche Mini-Flächen die Grundnahrung einer sechsköpfigen Familie für ein ganzes Jahr sichert.

Die Kernpraktiken

Anstatt riesige Felder unpräzise zu bearbeiten, setzt Pfumvudza auf extreme Präzision und Handarbeit: Nach dem Prinzip der 'minimalen Bodenbearbeitung' wird kein ganzer Acker umgepflügt. Stattdessen werden nur präzise, dauerhafte Pflanzlöcher (Planting Basins) ausgehoben. Das schützt die Bodenstruktur und verhindert Erosion. Die Erde wird mit organischem Material (wie trockenem Gras oder Ernterückständen) gemulcht (abgedeckt). Dies verhindert das Verdunsten von Wasser drastisch, sodass die Pflanzen auch wochenlange Dürreperioden überstehen. Dünger oder Kompost werden nicht breitflächig gestreut, sondern nach dem Prinzip der Mikrodosierung grammgenau direkt in das Pflanzloch an die Wurzel gegeben. Das spart enorme Kosten und verhindert das Auswaschen von Nährstoffen. Um das System der Fruchtfolge zu integrieren, bewirtschaften Bauern meist vier dieser standardisierten Parzellen parallel, um Mangelernährung vorzubeugen und den Boden gesund zu halten.

Warum ist es so erfolgreich?

Traditioneller Ackerbau in afrikanischen Ländern scheitert zunehmend an ausbleibenden Regenfällen und den extremen Kosten für Traktoren und synthetischen Dünger. Pfumvudza benötigt keine schweren Maschinen und funktioniert rein mit Handwerkzeugen. Weil das System so extrem wasser- und nährstoffeffizient ist, melden Organisationen wie die FAO oft Verdreifachungen der Ernteerträge im Vergleich zu konventionellen Methoden auf gleicher Fläche. 

Weitere Trainingsinhalte

Kompost

Geflügelhaltung

Imkern

Gemüsegarten

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